Sonntag, 4. Oktober 2009

Wie die Zeit vergeht

Und wieder ist eine Woche rum. Viele Neuigkeiten von Seiten der Schule gibt es nicht zu berichten. Ich habe jetzt endlich alle Schüler und alle Klassen kennen gelernt, welche ich während meiner Zeit hier unterrichten werde. Die Leistungsunterschiede sind teilweise gewaltig. Von Schülern, die kaum ein Wort korrekt aussprechen können, bis zu jenen, die fast fließend sprechen, ist alles dabei. Manche geben sich Mühe, andere wiederum eher nicht, genau wie in Deutschland.

Die Schulen sind generell sehr gut ausgestattet, mit allem was man sich wünschen kann und braucht. Der Unterricht ist, je nach Lehrer, mehr oder weniger interessant oder ansprechend (wieder genau wie in Deutschland). Pauschal kann man sagen, dass die älteren Lehrer traditionelleren Unterricht geben als ihre jüngeren Kollegen, wobei dies nur für die Lehrer gilt, die ich bisher im Unterricht erlebt habe. Nachdem was ich bisher gehört habe ist das Fach Deutsch landesweit auf einem absteigenden Ast und wird immer unwichtiger. Immer weniger Schüler belegen es und viele wählen Deutsch auch nur, weil es dem Englischen auf den ersten Blick ähnlich ist und die Anfangsphase leichter fällt. Spanisch und Französisch werden mitttlerweile als weitaus wichtiger angesehen. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Deutsch aus den Stundenplänen der meisten Schulen verschwindet und nur noch an wenigen angeboten wird. Aber wer weiß, es kann viel passieren in der Zukunft, dies ist jedoch die derzeitige Tendenz.

Das Wochenende habe ich in Leicester im 'National Space Centre' und in Bolsover im 'Bolsover Castle' verbracht. Im 'National Space Centre' dreht sich alles um die Erkundung des Alls und die Reise in eben jenes. Vom Aufbau her ist es ein interaktives Museum. Es gibt Unmengen an Informationsplakaten, Infomrationstafeln, Informationspostern, Informationswänden und überhaupt an allem auf dem man Informationen festhalten kann. Diese reichen von den Anfängen der Sternbeobachtung, über die Mondlandung bis hin zur Vorbereitung der Reise zum Mars. Zusätzlich gibt es auch eine Unmenge an interaktiven Gegenständen, Computeranimationen, Quizfragen usw. Beispielsweise hat man die Aufgabe, einen kleinen Satelliten, mit Sonnenkollektoren ausgestattet, mit halbwegs vernünftigen Energiereserven durch die sonnenlose Zeit im Erdschatten zu manövrieren, um danach durch geschickte Bewegung des Satelliten wieder genug Sonnenlicht, und damit Energie, für die nächste sonnenlose Periode zu speichern. An einem anderen Computerpult kann man durch verschiedene Eingaben und Antworten auf Fragen (wie bspw.: Wieviel Planeten im Universum gibt es deiner Meinung nach, auf denen intelligentes Leben möglich ist?) mit Hilfe einer komplizierten Formel ausrechnen, wie viele intelligente, kontaktwillige Zivilisationen es im All gibt. Da niemand sagen kann, wieviele solcher Planeten es z.B. gibt, ist die Antwort immer eine andere, je nachdem welche Meinung derjenige hat, der die werte in die Formel eingibt. Im Großen und Ganzen ein großes interatkives und informatives Museum über alles, was im All jemals geschehen ist und was auf der Erde zu diesen Geschehnissen geführt hat. Für einen Familienausflug mit Kindern sehr zu empfehlen.

Samstag Abend bin ich dann spontan mit meiner Gastfamilie zu einem Konzert hier in Louth gegangen. Der Eintritt war frei, da es sich um ein Gedenkkonzert zu Ehren eines verstorbenen Arztes gehandelt hat (was ich aber erst später herausgefunden habe), welcher in der Musikgemeinde sehr aktiv war. Das Streichquartett bestand aus vier sehr guten Musikern, welche landesweit bereits viele Auszeichnungen und Preise gewonnen haben und auch schon durch Österreich getourt ist. Gespielt wurden Werke von Haydn, Beethoven und Mendelssohn.

Am Sonntag habe ich mich auf den weg zum 'Bolsover Castle' gemacht. Dieses Schloss wurde für das Vergnügen und die Hobbys des Adligen William Cavendish gebaut und immer wieder erweitert und verändert. Durch den Bügerkrieg (1641 - 1651) erlbeten sowohl das Schloss, als auch der Besitzer, eine wechselvolle Geschichte. Das Hobby des Schlossherrren waren Pferde, und diesem Hobby widmete er Unsummen. Die Räume waren reich ausgestattet und verziert, mit Portraits, Gemälden, Goldschmuck, Marmor, Brokat und generell allen edlen Stoffen und Metallen die man sich vorstellen kann. Für das Vergnügen und zur Freude der ganzen Familie erbaut lockte es auch bald andere Adlige und den König an, welche sich alle vom Schlossherren verwöhnen ließen. Obwohl das Schloss insgesamt nicht sehr groß ist, und auch zu keiner Zeit als Festung o.ä. gedacht war, ist ein Rundgang sehr interessant und allemal lohnend. Mit Hilfe eines sehr gut gesprochenen Audioguides konnte man Einzelheiten und Hintergrundinformationen zu allem und jedem bekommen und wurde durch das Schloss geführt. Die Bilder können da hoffentlich einen kleinen Eindruck vermitteln.

Damit endet das Wochenende auch schon wieder, aber das nächste ist nur vier Tage entfernt. Und da die Zeit hier nicht nur am Wochenende recht schnell vergeht muss ich langsam anfangen darüber nachzudenken, was ich nächte Woche mache...

http://picasaweb.google.de/repression1/NationalSpaceCentreUndBolsoverCastle#

2 Kommentare:

  1. Meine Güte hast du ein chilliges Leben ...:) Gruß hier aus Halle

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  2. Chillig? Pff, du hast ja keine Ahnung. Ich bin hier schwer am arbeiten. Na ja, es ist nicht unglaublich schwer, aber auch kein Spaziergang wenn du 50 mal am Tag deinen Namen buchstabieren musst :)

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