Etwas verspätet komme ich nun endlich dazu, ein kleines Update über die vergangene Woche zu verfassen. Die Schulwoche lief ohne große Besonderheiten ab, langsam kenne ich meine Aufgaben und auch die Schüler haben sich an den Anblick eines echten lebenden Deutschen gewöhnt. Am freitag bin ich dann also gleich nach der Schule mit dem Auto nach Lincoln gefahren, musste es dann aufgrund von akuter Zeitnot mehr oder weniger an der Hauptstraße stehen lassen, da die ganze Stadt im Abendverkehr hoffnungslos überfüllt war, und zum Bahnhof flitzen, den ich in allerletzter Sekunde erreicht habe, denn sonst wäre die komplette Zugfahrt nach London ins Wasser gefallen. Die lief dann auch relativ problemlos. Am Flughafen in Stansted hab ich dann Carmen abgeholt und wir sind mit dem Bus nochmal ca. eine Stunde nach London gefahren. Dort haben wir nach einem weiteren einstündigen Spaziergang und Hotel suchen dieses auch tatsächlich gefunden, sodass wir schließlich nachts um zwei endlich schlafen konnten.
Das Hotelzimmer war überraschend gut, für den einen Stern den es vorweisen kann. Der einzige Nachteil war, dass die Toiletten und Duschen auf dem Gang waren und mit allen anderen geteilt werden mussten, aber das muss man wohl in dieser Preiskategorie erwarten. Da wir aber ein Waschbecken auf dem Zimmer hatten, war das alles nicht ganz so schlimm. Frühstück war auch dabei, also sind wir am nächsten Tag gleich um acht aufgestanden und haben uns um neun auf den Weg in die Stadt gemacht. Unser erstes Ziel war dann auch gleich, irgendwo eine Stadtrundfahrt zu buchen, um erstmal einen Überblick zu bekommen. In der Touristeninformation haben wir dann auch goleich etwas dazu gefunden, der Preis, stolze 47 Pfund für uns beide. Allerdings konnten wir es kaum besser treffen. Die Tour führte durch ganz London, an allen wichtigen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten vorbei. Das Besondere war dabei, dass es unzählige dieser Busse gibt und das Ticket 24h lang gültig war. Man konnte an jeder Haltestelle nach belieben ein- und aussteigen und etwas anderes machen. Zudem musste man dann an keiner Haltestelle mehr als 15 Minuten auf einen Buss warten. So haben wir also im Laufe des Tages ganz London gesehen. Im Bus gab es zudem entweder einen Live-Stadtführer oder einen aufgezeichneten Audiokommentar zu den verschiedenen Orten, welchen man in zig unterschiedlichen Sprachen anhören konnte.
Unseren ersten großen Stop haben wir dann auch gleich bei Madame Tussauds eingelegt - was da für Menschen waren - unglaublich. erstmal mussten wir eine Stunde anstehen, um überhaupt reinzukommen, fast wie im Europapark. Aber glücklicherweise haben zwei nette Damen kurz vorher Gutscheine verteilt, welche sie irgendwo mitgenommen hatten. Damit konnte man den eintritt einer person sparen, wenn eine andere voll bezahlt hat. Das war dann auch ein super Einstieg in ein verdammt teures Wochenende, denn die ersten 25 Euro waren so gespart. Madame Tussaud's war dann dementsprechend auch brechend voll, man konnte in dem ganzen Gebäude nicht umfallen, selbst wenn man es gewollt hätte. Für Fotos mit Figuren musste man anstehen und auch so war es manchmal schon etwas nervig. Aber nichtsdestotrotz war es ziemlich beeindruckend und die Sache wert. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, sind wir jetzt mit all den VIP's per Du. Von daher war es eine Investition in die Zukunft. Auch waren wir kurz im Hyde Park und der Speaker's Corner, aber leider wollte bei dem kalten Wetter wohl niemand eine anstrengende Rede halten oder Diskussion anfachen - schade eigentlich. Nun ja, der nächste Stop unseres Buses hat uns dann zur St. Paul's Cathedral geführt. Obwohl ein beeindruckendes Bauwerk von außen, haben wir es innen nur ein paar Meter weit geschafft. Eintrottspreise von zwölf Pfund pro Person haben uns letzen Endes davon abgehalten auch das Innere zu erkunden, wobei dies wahrscheinlich am leichtesten zu verschmerzen war von allen Attraktionen. Auf jeden Fall sind die Preise in London generell extrem teuer, für einfach alles was man da machen kann.
Unser weiterer Weg an diesem Tag hat uns dann ganz in den Osten der Busroute geführt. Hier gab es die Tower Bridge und den Tower of London zu sehen. Dort haben wir dann die ca. zwölf Pfund bezahlt und uns das gefürchtete Gefägnis angeschaut. Hier gab es Ausstellungen zu Foltermethoden, eine Sonderausstellung über Heinrich den VIII. und natürlich die Kronjuwelen zu bestauenen. Ich hätte euch ja allen gern so einen kleinen niedlichen Edelstein mitgebracht, aber leider wimmelt es da von schicken altmodisch angezogenen Wachen. Aufgrund des Zeitmangels haben wir es dann nicht ganz geschafft alles im Tower zu erkunden, aber das Meiste haben wir gesehen. Da auch die Tower Bridge nicht mehr als ein paar Fotos hergibt haben wir uns, nachdem wir uns noch in ein paar Türme des Towers die eigentlich schon gesperrt waren hineingeschlichen haben, wieder an unsere Bushaltestelle begeben und den Weg ins Hotel angetreten. Dort angekommen sind wir dann auch schnell eingeschlafen. Was man in London an Fußmärschen zurücklegen kann und muss ist echt abartig...
Der nächste Tag begann ebenfalls wieder recht früh, denn man will ja aus seiner Zeit etwas machen. Wir haben unser Zimmer verlassen und das gepäck im Hotel eingelagert. Dann sind wir wieder los marschiert. Der erste Anlaufpunkt heute war der Buckingham Palace. Hier gibt es leider keine Führungen oder ähnliches, obwohl die Queen ruhig ein paar ihrer ca. 600 Räume zur Verfügung stellen könnte. Allerdings haben wir die Wachablösung gesehen, welche eher einer Art Konzert glich, denn verschieden gekleidete Truppen - evtl. ein schottisches und ein englisches Regiment - haben unterschiedlichste Musik gespielt. Im Großen und Ganzen glichen sie damit eher einem Orchester als Wachtruppen. Auch hier waren Unmengen an Leuten anwesend, um sich das Schauspiel anzuschauen. Unser weiterer Weg hat usn schließlich zum Trafalgar Square und dann zum Churchill Museum und den Cabinet War Rooms geführt, eine der meiner Meinung nach lohnendsten und auch interessantesten Sachen in London (obwohl ich natürlich auch nur einen Bruchteil gesehen habe). Dann haben wir uns auf den weg zur Westminster Abbey gemacht, aber leider, wie sollte es anders sein, war diese am Sonntag für Besucher geschlossen und den betenden Gläubigen vorbehalten. Obwohl wir eigentlich geplant hatten, uns als solche auszugeben, war es nicht möglich reinzukommen, da einfach kein Eingang geöffnet war - sehr seltsam. Nun ja, für ein paar Fotos hat es von außen trotzdem gereicht. Zudem hätte man an einem normalen Tag auch hier zwölf Pfunf Eintritt bezahlt. Gleich daneben befinden sich die Houses of Parliament und der Big Ben. Diese waren, wie sollte es anders sein, natürlich auch geschlossen. Zum einen war es schon später Nachmittag, und zum anderen haben die Abgeordneten gerade ihre Sommerpause (ja SOMMERpause) beendet und wieder angefangen zu arbeiten. Während dieser zeit scheint es keine Führungen zu geben und das Parlamentsgebäude ist für Besucher geschlossen. Vielleicht lag es aber auch einfach nur daran, dass schlicht Sonntag Nachmittag war. Da sich Big Ben auch auf dem Gelände befindet, war er mit eingeschlossen. Ich hab zwar gehört, dass man evtl. hinaufklettern kann, bin aber nicht sicher ob das stimmt. Nun ja, wir haben auch keine Chance bekommen es auszuprobieren. Den letzten Teil des Tages haben wir dann im Sea Life Aquarium verbracht, welches sehr beeindruckend war. Dieses ist sehr gut aufgebaut und vermittelt die Atmosphäre einer Unterwasserwelt äußerst gut. Die Vielfalt der Unterwassertiere ist beeindruckend und obwohl die Preise auch hier nicht ohne waren, würde ich es für jeden empfehlen.
Danach war dann unsere Besichtigungstour zu Ende. Also zurück zum Hotel, Sachen geschnappt, zur Victoria Station gelaufen, U-Bahn zum Kings Cross genommen, vergeblich nach Gleis 9 3/4 gesucht (wer hat mir nur erzählt, dass es das wirklich gibt?), auf unseren Zug gewartet, zwei Stunden nach Newark gefahren, wieder in der Eiseskälte gewartet, eine halbe Stunde nach Lincoln gefahren und eine weitere halbe bis dreiviertel Stunden Fußweg zum Auto erdulden müssen. Zum Glück stand es auch noch da, ohne Schäden, nicht abgeschleppt oder geklaut und kein Parkticket, allerdings als einziges parkendes Auto auf dieser Hauptstraße. Aber offensichtlich konnte man dort tatsächlich parken, oder ich hab eifnach nur Glück gehabt. Allerdings haben sich wohl ein paar Witzbolde gedacht: "Hey, ein parkendes deutsches Auto, dem werden wir es zeigen." - und zwei Eier drauf geworfen, welche natürlich mittlerweile hart geworden und getrocknet sind. Na ja, hauptsache nix kaput. Nach einer weiteren dreiviertelstunde Fahrt sind wir dann schlussendlich so ca. halb zwei nachts in Louth angekommen. Noch schnell mit etwas Wasser die Überreste der Eiattacke entfernt und ins Bett verschwunden. Damit waren die zwei Tage London auh schon wieder beendet, die Carmen und der Christoph hundemüde. Ich bin soviel gelaufen wie in vier Wochen normalerweise nicht. Meine Füße tun immer noch weh, aber das war es wert. Ich hoffe ihr habt DSL, diesmal werden es ein paar mehr Bilder.
http://picasaweb.google.com/repression1/London#
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